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Sind Beiträge oder Videos nicht mehr aufrufbar, sind sie der alltäglichen Zensur anheimgefallen,
im besten Deutschland aller Zeiten; ich sorge in jedem Fall für Wiedereinstellung oder Ersatz.
AUCH WENN DIE WAHRHEIT GELÖSCHT WIRD, SIE WIRD HERAUSKOMMEN.

? NIX WIE WEG ?

... TRÖSTLICHES - nur so nebenbei ...

KEIN ÜBEL KANN DIR GESCHEHN'
WENN DU ES NICHT SELBST DAFÜR HÄLTST.

(MENANDER, um 342-291 v. Chr., Griechischer Komödiendichter)

nix wie weg - dies & das

... BESINNLICHES - nur so  nebenbei ...

Rette dich selbst; 
sammele und erhalte dir die Zeit,
die dir bisher entweder geraubt
oder entwendet wurde,
oder entschlüpfte ...
Hier wird uns eine Stunde entrissen, 
dort eine heimlich entzogen,
eine andere entschlüpft uns unbemerkt.
Der schimpflichste Verlust jedoch ist der durch Nachlässigkeit.
Und wenn du die Sache genauer betrachtest,  
so verfließt der größte Teil des Lebens den Menschen, 
indem sie Böses tun,
ein großer Teil,
indem sie nichts tun, 
das ganze Leben aber, 
indem sie immer etwas Anderes tun 
als was sie eigentlich sollten.

(Lucius Annaeus SENECA, 1-65 n.Chr., Römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Politiker und als Stoiker einer der 
meistgelesenen Schriftsteller seiner Zeit. Seine Reden, die ihn bekannt gemacht hatten, sind verloren gegangen)

Deutschland - ein Stimmungsbild

ein Morgen-Briefing von Markus LANGEMANN (Publizist)

Liebe Leserin.
Lieber Leser.

Ich habe in den letzten Jahren oft einen Satz gehört, über den man meist nur hinter vorgehaltener Hand sprach oder den man ganz für sich behielt. In den letzten Monaten platzte er geradezu heraus, an der Tankstelle und in der Trattoria, wenn ich an der Zapfsäule oder über dem Zahlzettel je nach Tageslaune doch einmal stöhnte. Bemerkenswert bei einem Optimisten wie mir, dessen Marker ohnehin stets oberhalb des 95. Perzentils im Gute-Laune-Koeffizienten des deutschen Staatsbürgers liegt. Es platzte also heraus beim Tankwart: »Mei, was sollen wir denn machen? Wo sollen wir denn hin?« Oder beim Gastronomen, der über den Teller Nudeln nuschelte: »Kollega ist schon pleite, ich gehe auch aus diese Land.«

Die Frage stellen sich seit geraumer Zeit auch Freunde, Bekannte und Geschäftspartner in meinem Sichtfeld. Sie ist geradezu zum Soundtrack unserer Zeit geworden. Für mich klingt diese wiederkehrende Frage wie Carl Orffs gewaltige Kantate Carmina Burana. Sie beginnt mit »O Fortuna« und dieser fast körperlichen Wucht, dann wird die Frage in ostinaten, treibenden Rhythmen wieder und wieder gestellt: »Wo sollen wir hin? Wo wollen wir hin?« Im Widerhall: Mallorca, Ungarn, Schweiz, Panama, VAE. Vielen scheint alles möglich zwischen Österreich und Osttimor.

Manchen mag es erschrecken, den angestammten Ort verlassen zu müssen, im übertragenen wie im geografischen Sinn. Dabei ist das nicht nur der Klang unserer Tage. Ich schreibe Ihnen diese Zeilen südlich der Alpen, wo ich für ein paar Tage weile, und so kommt mir Dante Alighieri in den Sinn. Auch er hat über das Weiterziehen geschrieben, über das Reifen und den Neuanfang. Seine »Göttliche Komödie« ist im Kern eine Allegorie des Weiterziehens. Geschrieben hat er sie im Exil, verbannt aus Florenz, das er nie wiedersah. Sie beginnt mit der berühmtesten Krise der Lebensmitte: »Es war in unseres Lebensweges Mitte, / als ich mich fand in einem dunklen Walde …«


Und immer muss ich an Hermann Hesse denken und an seine »Stufen«, die ich hier vor Jahren schon zitierte:

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.


Und an Goethe, den es selbst über die Alpen zog und der in Rom, so schrieb er, eine »wahre Wiedergeburt« erlebte. In »Wilhelm Meisters Wanderjahren« lässt er singen:

Bleibe nicht am Boden heften,
Frisch gewagt und frisch hinaus!
Kopf und Arm mit heitern Kräften,
Überall sind sie zu Haus;
Wo wir uns der Sonne freuen,
Sind wir jede Sorge los;
Daß wir uns in ihr zerstreuen,
Darum ist die Welt so groß.


Also, nix Neues im Westen.

Gestatten Sie mir, mich heute kurz zu halten. Die Sonne streift gerade die Tasse des späten Sonntagmorgenkaffees im Freien, von rechts plätschert eine Fontäne herüber, der Weltenlauf stoppt nicht. Bleiben Sie mutig und heiter, und auch mal albern.

Ich hoffe, das Morgenbriefing deckt Ihren Bedarf an Aktualität in wohltemperiertem Maß. Unabhängig, mit 360-Grad-Blick auf die Lage. Wir feilen jeden Tag daran, mit Ihrer Unterstützung.

Bis morgen in der Frühe,

Ihr

Markus Langemann

so Viele sind schon weg (Stand September 2026)

Für die Freunde der Statistik: 288.579 Deutsche haben sich im vergangenen Jahr beim Amt ins Ausland abgemeldet. So viele waren es nie, seit 1950 gezählt wird. Die meisten zog es in die Schweiz, nach Österreich und nach Spanien. Das ist die amtliche Zahl, und sie erfasst nur, wer sich ordnungsgemäß abmeldet, also den deutschesten Teil der Auswanderer. Nicht darin stehen alle, die ohne Abmeldung gehen, die ihren Wohnsitz behalten und den Winter auf Mallorca verbringen oder die innerlich längst die Koffer gepackt haben. Jeder Fünfte im Land erwägt den Wegzug, hat das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung erhoben. Die verdeckte Zahl dürfte also ein Vielfaches der amtlichen betragen. 

Orff lässt seine Carmina Burana übrigens mit »O Fortuna« beginnen und mit »O Fortuna« enden. Das Rad, das dort besungen wird, dreht sich für die, die gehen, und für die, die bleiben. O Fortuna.

nix wie weg - raus aus dem System - dies & das

Bleiben oder Gehen ?

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GEBEL, Titus (Jurist, Unternehmer, Erfinder des Freie Privatstädte Konzepts, politischer Aktivist, Autor)

... BESINNLICHES - nur so nebenbei

Wer vom Ziel nicht weiß, 
kann den Weg nicht haben, 
wird im selben Kreis 
all sein Leben traben; 
kommt am Ende hin, 
wo er hergerückt, 
hat der Menge Sinn 
nur noch mehr zerstückt.

(Christian MORGENSTERN, 1871-1914, Deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer)

HANNIG, Frank (Rechtsanwalt) - Hannig-Recht

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STAATENLOS.CH - Christoph HEUERMANN

WITTMANN, Thorsten (Finanzautor, Speaker)

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